PRAXIS FÜR MATHEMATISCHES LERNEN HAMELN

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

wenn Mathe jeden Tag für Tränen sorgt, die Hausaufgaben ewig dauern und trotz Üben nichts hängen bleibt, steckt oft mehr dahinter als „schlecht in Mathe“. Häufig ist es eine Rechenschwäche oder eine Dyskalkulie. In meiner Praxis in Hameln helfe ich seit 2011 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, das Rechnen wirklich zu verstehen – Schritt für Schritt und ohne Druck.

Sie möchten wissen, ob ich Ihrem Kind helfen kann? Rufen Sie mich gern an:

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Lerntherapie bei Rechenschwäche und Dyskalkulie in Hameln

Nachhilfe übt den aktuellen Schulstoff. Bei einer Rechenschwäche fehlt aber meist etwas Grundlegenderes: ein sicheres Verständnis von Mengen, Zahlen und Stellenwerten. Solange diese Lücke bleibt, hilft auch noch so viel Üben wenig. Genau dort setze ich an.

Am Anfang steht eine gründliche Diagnostik mit standardisierten Tests und einer genauen Analyse der Fehler. Danach weiß ich, wo Ihr Kind steht, und wir können gezielt beginnen. In der Therapie arbeiten wir mit Material zum Anfassen, mit Bildern und Bewegung – und manchmal auch in meiner Therapieküche, wo beim Abwiegen und Backen ganz nebenbei gerechnet wird. Mehr dazu in meinem Therapiekonzept.

Ich arbeite nach den Empfehlungen der S3-Leitlinie zur Rechenstörung und bin vom Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie zertifiziert. Eltern und, wenn gewünscht, die Schule beziehe ich mit ein.

Für wen ist die Therapie gedacht?

  • Kinder in der Grundschule und in weiterführenden Schulen mit Rechenschwäche oder Dyskalkulie
  • Jugendliche, denen Lücken aus den ersten Schuljahren bis heute zu schaffen machen
  • Erwachsene, die sich im Alltag oder im Beruf beim Rechnen unsicher fühlen
  • Eltern, die sich fragen, ob hinter den Schwierigkeiten ihres Kindes eine Dyskalkulie steckt

Sie sind unsicher, ob Ihr Kind betroffen ist? Weiter unten erkläre ich, was eine Dyskalkulie ist und an welchen Anzeichen Sie eine Rechenschwäche erkennen.

Über mich

Ich bin Christina Krauel-Hill, Diplom-Pädagogin und akademische Sprachtherapeutin. Rechenstörungen habe ich zuerst in der Klinik kennengelernt, bei Erwachsenen nach neurologischen Erkrankungen. Seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los. Mehr über meinen Werdegang

Der erste Schritt: ein Gespräch

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir. Im ersten Gespräch erzählen Sie mir, wo es hakt, und wir besprechen, ob eine Diagnostik sinnvoll ist.

Bei einer festgestellten Dyskalkulie kann unter bestimmten Voraussetzungen das Jugendamt die Kosten übernehmen. Wie das geht, lesen Sie unter Ablauf & Kostenübernahme.

Kontakt aufnehmen

Was ist Dyskalkulie?

Eine Dyskalkulie ist kein Zeichen von Faulheit und auch keine Frage der Intelligenz. Betroffene Kinder können oft gut lesen, erzählen und mitdenken – nur mit Zahlen kommen sie nicht zurecht, obwohl sie üben und sich anstrengen. Nach der S3-Leitlinie zur Rechenstörung betrifft das je nach Studie etwa 3 bis 7 Prozent aller Schulkinder. Statistisch sitzt also in fast jeder Klasse ein Kind mit Dyskalkulie.

Dyskalkulie oder Rechenschwäche – wo ist der Unterschied?

Im Alltag werden beide Begriffe meist gleich verwendet. Fachlich gibt es einen Unterschied:

  • Dyskalkulie (medizinisch: Rechenstörung) ist eine anerkannte Entwicklungsstörung. Sie wird mit standardisierten Tests festgestellt: Die Rechenleistung liegt deutlich unter dem, was für Alter und Klassenstufe zu erwarten ist, und lässt sich nicht durch fehlenden Unterricht oder eine allgemeine Lernbeeinträchtigung erklären.
  • Rechenschwäche ist der weitere Begriff für anhaltende Schwierigkeiten beim Rechnen – auch dann, wenn nicht alle Kriterien einer Dyskalkulie erfüllt sind.

Für die Förderung ist der Unterschied gar nicht so wichtig: In beiden Fällen fehlen meist Grundlagen, die im Unterricht längst vorausgesetzt werden. Wichtig wird er, wenn das Jugendamt die Kosten übernehmen soll. Dafür braucht es eine ärztliche Diagnose.

Woher kommt eine Dyskalkulie?

Ganz geklärt sind die Ursachen nicht. Sicher ist: Eine Dyskalkulie entsteht nicht durch falsche Erziehung oder mangelnden Fleiß. Die Veranlagung spielt eine Rolle, in manchen Familien tritt sie gehäuft auf, und nicht selten kommt eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder eine Aufmerksamkeitsstörung hinzu.

Oft zeigt sie sich schon früh. Manchen Kindern fällt es bereits im Kindergarten schwer, kleine Mengen auf einen Blick zu erfassen oder sicher zu zählen. In der Schule baut dann jedes neue Thema auf diesen Grundlagen auf, und die Lücke wird von Jahr zu Jahr größer. Woran Sie das bemerken können, lesen Sie im Abschnitt Dyskalkulie erkennen.

Warum Üben und Nachhilfe oft nicht reichen

Viele Familien haben schon einiges versucht, bevor sie zu mir kommen: Nachhilfe, Übungshefte, jeden Abend das Einmaleins abfragen. Solange das Verständnis für Zahlen und Mengen fehlt, lernt das Kind Rechenwege auswendig, ohne sie zu verstehen – und vergisst sie schnell wieder. Am Ende sind alle frustriert, und viele Kinder bekommen richtig Angst vor Mathe.

Eine Lerntherapie geht deshalb einen Schritt zurück. Sie klärt zuerst, an welcher Stelle das Verständnis abgerissen ist, und baut von dort aus neu auf. Wie ich dabei vorgehe, beschreibe ich in meinem Therapiekonzept.

Wer stellt die Diagnose?

Die Diagnose Dyskalkulie stellt eine Fachärztin oder ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) oder eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin bzw. ein -therapeut. Diese Stellungnahme brauchen Sie auch, wenn Sie beim Jugendamt eine Kostenübernahme beantragen möchten.

In meiner Praxis in Hameln mache ich zusätzlich eine ausführliche Förderdiagnostik. Sie zeigt genau, was Ihr Kind schon sicher kann und wo die Therapie ansetzen muss. Bei den nächsten Schritten helfe ich Ihnen gern – sprechen Sie mich einfach an. Weitere Informationen für Eltern finden Sie auch beim Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie.

Dyskalkulie erkennen

Jedes Kind verrechnet sich mal, und nicht jede schlechte Mathenote bedeutet eine Dyskalkulie. Hellhörig sollten Sie werden, wenn sich bestimmte Fehler hartnäckig halten – auch dann, wenn Ihr Kind viel übt. Je nach Alter zeigt sich eine Rechenschwäche unterschiedlich.

Im Kindergarten und in der Vorschule

  • Das Zählen klappt nicht sicher, Zahlen werden ausgelassen oder vertauscht
  • Kleine Mengen wie drei oder vier Gegenstände werden nicht auf einen Blick erkannt, sondern einzeln abgezählt – auch bei Würfelbildern
  • Es fällt schwer zu sagen, wo mehr und wo weniger ist
  • Spiele mit Würfeln oder Zahlen werden lieber gemieden

In der Grundschule

  • Auch einfache Aufgaben wie 3 + 4 werden an den Fingern abgezählt, lange nachdem die Mitschüler das nicht mehr tun
  • Zahlendreher fallen nicht auf, z. B. 42 statt 24 – im Deutschen sprechen wir die Einer zuerst, das macht es zusätzlich schwer
  • Plus und Minus, Mal und Geteilt werden verwechselt
  • Unmögliche Ergebnisse werden nicht bemerkt, z. B. 100 + 100 = 1000
  • Beim Rechnen über den Zehner oder Hunderter geht es regelmäßig schief
  • Das Einmaleins bleibt nicht hängen, obwohl es täglich geübt wird
  • Was gestern noch geklappt hat, ist heute wieder weg
  • Uhrzeit und Umgang mit Geld bereiten Probleme

In der weiterführenden Schule

  • Kopfrechnen ist kaum möglich, auch einfache Aufgaben brauchen den Taschenrechner
  • Ob ein Ergebnis ungefähr stimmen kann, lässt sich nicht einschätzen
  • Textaufgaben können nicht in eine Rechnung übersetzt werden
  • Brüche, Prozente und Gleichungen bleiben unverständlich, Rechenwege werden nur auswendig gelernt
  • Die Lücken aus der Grundschule werden mit jedem Schuljahr größer

Bei Erwachsenen

Eine Rechenschwäche wächst sich nicht einfach aus. Viele Erwachsene haben im Alltag gelernt, sie zu verbergen: Sie zahlen lieber mit Karte, um kein Wechselgeld prüfen zu müssen, lassen andere die Rechnung im Restaurant teilen oder meiden Aufgaben im Beruf, bei denen gerechnet werden muss.

Wenn Mathe zur Belastung wird

Oft sind es gar nicht die Rechenfehler, die Eltern zuerst auffallen, sondern das Verhalten: Hausaufgaben dauern ewig und enden in Tränen, vor Mathearbeiten gibt es Bauchschmerzen, und irgendwann sagt das Kind Sätze wie „Ich bin einfach zu dumm dafür“. Diese Angst vor Mathe sollte man ernst nehmen – sie macht das Lernen noch schwerer.

Wann sollten Sie das abklären lassen?

Wenn mehrere dieser Anzeichen über Monate bestehen, sich trotz Üben kaum etwas bessert und Ihr Kind unter der Situation leidet, lohnt sich eine genaue Diagnostik. Je früher die Ursache klar ist, desto weniger Lücken haben sich angesammelt. Wer die Diagnose stellt, lesen Sie im Abschnitt Was ist Dyskalkulie?.

Sie sind unsicher, ob das auf Ihr Kind zutrifft? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir – im Gespräch lässt sich oft schon gut einschätzen, ob eine Diagnostik sinnvoll ist.

Leistungen

Ich arbeite immer im Einzelkontakt. So kann ich mich ganz auf Ihr Kind einstellen – auf sein Tempo, seine Stärken und die Stellen, an denen es hakt.

Diagnostik

  • Förderdiagnostik mit standardisierten Testverfahren
  • Qualitative Fehleranalyse: Welche Denkwege stecken hinter den Fehlern?
  • Besprechung der Ergebnisse mit Ihnen und ein Förderplan, der genau dort ansetzt

Lerntherapie bei Dyskalkulie und Rechenschwäche

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Woran wir arbeiten, ergibt sich aus der Diagnostik, zum Beispiel:

  • Zahlbegriff und Mengenverständnis
  • Sicherheit in den Grundrechenarten
  • Stellenwerte und Rechnen über den Zehner
  • Sachaufgaben und Textverständnis
  • Vorstellungsvermögen und räumliche Orientierung
  • Alle Mathe-Themen der Klassen 1 bis 10, an allen Schulformen

Wie ich dabei vorgehe, lesen Sie in meinem Therapiekonzept.

Beratung für Eltern und Schule

  • Elternberatung: was zu Hause hilft und was eher Druck macht
  • Verständliche Aufklärung über Dyskalkulie – für Sie und für Ihr Kind selbst
  • Austausch mit Lehrkräften, wenn Sie das möchten
  • Unterstützung beim Antrag auf Kostenübernahme beim Jugendamt

Lerncoaching

Für Schülerinnen und Schüler, die nicht nur in Mathe, sondern beim Lernen allgemein Unterstützung brauchen: bei Konzentration, Lernstrategien, Zeitplanung oder Prüfungsstress. Auch begabte Kinder, die unter ihren Möglichkeiten bleiben, begleite ich als zertifizierte Begabungspädagogin. Mehr dazu im Abschnitt Lerncoaching.

Therapiekonzept

Kein Kind rechnet falsch, weil es keine Lust hat. Hinter fast jedem Fehler steckt eine eigene Logik – und genau die will ich verstehen, bevor wir anfangen. Meine Arbeit orientiert sich an der S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung.

1. Genau hinschauen: die Diagnostik

Am Anfang steht eine gründliche Bestandsaufnahme. Ich arbeite mit standardisierten Tests wie BADYS, HRT, Basis-Math oder DEMAT und ergänze sie durch eigene Aufgaben und Beobachtungen. Dabei interessiert mich nicht nur, ob eine Aufgabe richtig gelöst wird, sondern wie: Zählt Ihr Kind? Rät es? Hat es eine Regel falsch verstanden?

Ich schaue auch auf das, was rund um die Mathematik passiert: Wie geht es Ihrem Kind in der Schule? Wie viel Druck ist schon entstanden? Kann es sich gut konzentrieren?

2. Ein Plan, der zu Ihrem Kind passt

Aus den Ergebnissen entsteht ein Förderplan. Er beginnt dort, wo Ihr Kind sicher ist, und baut von da aus Schritt für Schritt auf. Aufgaben sollen fordern, aber nicht überfordern – Erfolgserlebnisse sind in der Therapie kein Bonus, sondern Voraussetzung.

3. Vom Anfassen zum Verstehen

Viele Kinder mit Rechenschwäche haben gelernt, Rechenwege auswendig zu können, ohne zu verstehen, was dabei passiert. Deshalb gehen wir zurück an die Grundlagen:

  • Erst begreifen, dann rechnen: Wir legen Mengen mit Material, zeichnen sie und übersetzen sie erst dann in Zahlen und Rechenzeichen. So entsteht ein inneres Bild, auf das Ihr Kind später ohne Material zurückgreifen kann.
  • Grundlagen festigen: Mengen und Zahlen, Stellenwerte, die Bedeutung von Plus, Minus, Mal und Geteilt. Erst wenn das sitzt, kommt der Schulstoff dazu.
  • Mathe im Alltag: In meiner Therapieküche wiegen, messen und umfüllen wir, und manchmal backen wir auch zusammen. Wer für einen Kuchen 250 g Mehl abwiegt, versteht Mengen anders als auf dem Arbeitsblatt.
  • Eigene Strategien: Ihr Kind lernt, seine Rechenwege zu erklären, Ergebnisse zu überschlagen und Fehler selbst zu finden. Das gibt Sicherheit – auch in Klassenarbeiten.

Mit Jugendlichen und Erwachsenen arbeite ich nach denselben Grundsätzen, nur mit Material und Aufgaben, die zu ihrem Alter passen.

4. Selbstvertrauen zurückgewinnen

Wenn ein Kind jahrelang erlebt hat, dass es „Mathe nicht kann“, braucht es mehr als richtige Lösungen. Es braucht die Erfahrung, dass es etwas verstehen kann. Ich erkläre Kindern deshalb auch, was eine Dyskalkulie ist und dass sie nichts mit Dummheit zu tun hat. Oft ist das schon eine große Entlastung.

5. Eltern und Schule mit ins Boot

Sie als Eltern bekommen regelmäßig Rückmeldung und Hinweise, wie Sie zu Hause unterstützen können, ohne neuen Druck aufzubauen. Einige Tipps finden Sie im Abschnitt Was Eltern tun können. Wenn Sie einverstanden sind, spreche ich mich auch mit den Lehrkräften ab und, wenn nötig, mit Ärzten oder Schulpsychologen.

6. Fortschritte sichtbar machen

In regelmäßigen Abständen überprüfe ich mit Tests und Beobachtungen, was sich verändert hat, und passe den Förderplan an. So sehen Sie und Ihr Kind, dass sich die Arbeit lohnt.

Warum Einzeltherapie?

Die S3-Leitlinie empfiehlt eine Förderung, die gezielt an den mathematischen Schwierigkeiten ansetzt, statt nur allgemein zu üben. In der Einzeltherapie ist das am besten möglich: Ich sehe sofort, wo Ihr Kind hängt, und kann im selben Moment reagieren.

Sie haben Fragen zu meiner Arbeitsweise? Sprechen Sie mich gern an.

Ablauf & Kostenübernahme

Viele Eltern rufen mich an und wissen noch gar nicht genau, ob ihr Kind eine Dyskalkulie hat oder „nur“ Probleme in Mathe. Das ist völlig in Ordnung – genau dafür ist das erste Gespräch da.

So läuft die Therapie ab

  1. Erstgespräch: Sie erzählen mir, was Ihnen aufgefallen ist, und ich erkläre Ihnen, wie ich arbeite. Gemeinsam überlegen wir, ob eine Diagnostik sinnvoll ist.
  2. Diagnostik: Mit Tests und eigenen Aufgaben finde ich heraus, was Ihr Kind schon sicher kann und wo genau die Lücken liegen.
  3. Auswertung: Ich bespreche die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen und stelle Ihnen den Förderplan vor.
  4. Therapie: Ihr Kind kommt regelmäßig zu festen Terminen, in der Regel einmal pro Woche für 60 Minuten.
  5. Begleitung: Zwischendurch überprüfe ich die Fortschritte und spreche mit Ihnen darüber, wie es weitergeht.

Häufige Fragen

Wer übernimmt die Kosten?

Wenn bei Ihrem Kind eine Dyskalkulie festgestellt wird, kann unter bestimmten Voraussetzungen das Jugendamt die Kosten übernehmen. Alternativ können Sie die Therapie selbst bezahlen. Alles Weitere zu den Kosten bespreche ich gern persönlich mit Ihnen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Nein. Lerntherapie ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Zuständig ist das Jugendamt.

Wie beantrage ich die Kostenübernahme beim Jugendamt?

Die Grundlage ist die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII. Der Weg sieht meist so aus:

  1. Eine Fachärztin oder ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein Sozialpädiatrisches Zentrum oder eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin bzw. ein -therapeut stellt die Diagnose und schreibt eine Stellungnahme.
  2. Sie stellen beim Jugendamt Ihres Wohnorts einen Antrag auf Eingliederungshilfe.
  3. Das Jugendamt prüft, ob Ihr Kind durch die Rechenstörung in seiner Teilhabe beeinträchtigt ist – zum Beispiel, weil es unter der Schulsituation stark leidet.
  4. Nach der Bewilligung kann die Therapie über das Jugendamt abgerechnet werden.

Wichtig: Stellen Sie den Antrag, bevor die Therapie beginnt. Kosten für die Zeit davor werden in der Regel nicht übernommen. Ich arbeite mit den Jugendämtern in Hameln-Pyrmont, Holzminden, im Kreis Lippe und in Hannover zusammen und helfe Ihnen gern bei den nächsten Schritten.

Brauche ich eine Diagnose, um zu Ihnen zu kommen?

Nein. Wenn Sie die Therapie selbst bezahlen, können Sie auch ohne Diagnose kommen. Eine ärztliche Diagnose brauchen Sie nur, wenn das Jugendamt die Kosten übernehmen soll.

Wie lange dauert eine Therapie?

Das hängt davon ab, wie groß die Lücken sind und wie lange die Schwierigkeiten schon bestehen. Häufig sind es ein bis zwei Jahre. Nach der Diagnostik kann ich Ihnen eine genauere Einschätzung geben.

Arbeiten Sie auch mit Erwachsenen?

Ja. Auch Jugendliche und Erwachsene, die sich beim Rechnen im Alltag oder im Beruf unsicher fühlen, kommen zu mir.

Wo finde ich die Praxis?

Die Praxis für mathematisches Lernen liegt in der Wilhelm-Raabe-Straße 15 in 31787 Hameln. Eine Karte finden Sie im Abschnitt Kontakt.

Noch eine Frage offen? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir.

Lerncoaching

Nicht jedes Lernproblem ist eine Rechenschwäche. Manche Kinder und Jugendlichen verstehen den Stoff durchaus, kommen aber trotzdem nicht voran: Sie wissen nicht, wie sie für eine Arbeit lernen sollen, verzetteln sich bei den Hausaufgaben oder bekommen vor Prüfungen einen Blackout. Hier setzt Lerncoaching an – in allen Fächern und für jede Schulstufe.

Lerncoaching oder Lerntherapie?

Eine Lerntherapie schließt Lücken im mathematischen Verständnis. Im Lerncoaching geht es um das Lernen selbst: Wie gehe ich an eine Aufgabe heran, wie plane ich meine Zeit, wie bleibe ich dran? Beides lässt sich gut verbinden, etwa gegen Ende einer Dyskalkulie-Therapie.

Woran wir arbeiten

  • Lernstrategien: Wie lerne ich Vokabeln so, dass sie hängen bleiben? Wie bereite ich mich auf eine Klassenarbeit vor?
  • Konzentration: Was lenkt mich ab, und wie kann ich länger bei einer Sache bleiben?
  • Organisation: Hausaufgaben planen, Prioritäten setzen, den Überblick behalten
  • Motivation: Eigene Ziele finden und kleine Erfolge sichtbar machen
  • Prüfungsstress: Mit Aufregung umgehen, damit das Gelernte in der Arbeit auch abrufbar ist

Begabte Kinder, die unter ihren Möglichkeiten bleiben

Manche Kinder sind schnell im Denken, langweilen sich aber im Unterricht und haben nie gelernt, wie man lernt. Solange alles von allein klappt, fällt das nicht auf. Wird der Stoff anspruchsvoller, sacken die Noten plötzlich ab, und oft leidet auch die Motivation. Als zertifizierte Begabungspädagogin (IFLW) unterstütze ich diese Kinder dabei, Arbeitstechniken aufzubauen, die zu ihrer Art zu denken passen, und wieder Freude am Lernen zu finden.

So läuft das Coaching ab

Zu Beginn schauen wir gemeinsam, wo es hakt und was Ihr Kind schon gut kann. Daraus leiten wir zwei, drei konkrete Ziele ab. In den Terminen probiert Ihr Kind Strategien aus, testet sie im Schulalltag und wir besprechen, was funktioniert hat und was nicht. Eltern und, wenn gewünscht, Lehrkräfte beziehe ich mit ein.

Sie möchten wissen, ob Lerncoaching für Ihr Kind passt? Sprechen Sie mich an.

Was Eltern tun können

Als Eltern müssen Sie nicht zur Mathelehrerin oder zum Mathelehrer werden. Ihre wichtigste Aufgabe ist eine andere: Ihrem Kind den Rücken zu stärken. Diese Tipps haben sich in meiner Praxis bewährt.

Druck herausnehmen

  • Sagen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es nicht schuld ist und nicht dumm. Viele Kinder mit Rechenschwäche glauben das insgeheim von sich.
  • Loben Sie die Anstrengung, nicht nur das richtige Ergebnis.
  • Vermeiden Sie Vergleiche mit Geschwistern oder Mitschülern.
  • Auch gut gemeinte Sätze wie „Das ist doch ganz einfach“ oder „Ich war auch schlecht in Mathe“ helfen nicht. Der erste beschämt, der zweite macht Mathe zum Schicksal.

Hausaufgaben ohne Tränen

  • Feste Zeit, ruhiger Platz, Handy außer Reichweite – das gibt Struktur.
  • Begrenzen Sie die Zeit. Wenn nach einer vereinbarten Dauer nicht alles geschafft ist, schreiben Sie der Lehrkraft eine kurze Notiz. Stundenlanges Sitzen bringt nichts außer Frust.
  • Lassen Sie Ihr Kind erklären, wie es gerechnet hat. Oft erkennen Sie dann, wo der Denkfehler liegt – und Ihr Kind merkt, dass sein Weg ernst genommen wird.
  • Finger und Rechenmaterial sind erlaubt. Wer noch nicht sicher im Kopf rechnen kann, braucht diese Hilfe.
  • Verzichten Sie auf zusätzliche Übungsblätter oder tägliches Abfragen. Wenn das Verständnis fehlt, macht mehr Üben die Lücken nicht kleiner.

Mathe im Alltag – ganz nebenbei

Zahlen begegnen Kindern überall. Nutzen Sie das, ohne daraus eine Übungsstunde zu machen:

  • Würfel- und Kartenspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“, Kniffel oder Uno trainieren Mengen und Zahlen ganz ohne Druck.
  • Beim Einkaufen darf Ihr Kind abschätzen, ob das Geld reicht, oder das Wechselgeld nachzählen.
  • Beim Backen und Kochen werden Mengen abgewogen, verdoppelt oder halbiert.
  • Uhr und Taschengeld: Wie lange noch bis zum Abendessen? Wie viele Wochen muss ich für das neue Spiel sparen?

Mit der Schule im Gespräch bleiben

Informieren Sie die Lehrkraft, wenn Sie eine Rechenschwäche vermuten oder eine Diagnose vorliegt. Fragen Sie nach, welche Unterstützung die Schule geben kann, zum Beispiel mehr Zeit oder erlaubte Hilfsmittel in Klassenarbeiten (Nachteilsausgleich). Was dabei möglich ist, regelt jedes Bundesland selbst. Wenn Sie möchten, spreche ich mich im Rahmen der Therapie auch direkt mit der Schule ab.

Und Sie selbst?

Es ist völlig normal, wenn Sie selbst irgendwann erschöpft oder ratlos sind. Hausaufgaben, die jeden Abend im Streit enden, belasten die ganze Familie. Sich Unterstützung zu holen, ist kein Versagen, sondern oft der Schritt, der allen wieder Luft verschafft.

Sie sind unsicher, ob bei Ihrem Kind mehr dahintersteckt? Die typischen Anzeichen finden Sie im Abschnitt Dyskalkulie erkennen. Oder sprechen Sie mich direkt an.

Kontakt

Adresse:

Wilhelm-Raabe-Straße 15
31787 Hameln

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